
Guillaume Henry kam 2009 zu Carven. Seither ist alles, was steigen kann, gestiegen: die Anzahl der Mitarbeiter, die Verkaufsstellen und -zahlen, die Kollektionen pro Jahr. Zuletzt wurde die kleine Kollektionspräsentation durch eine fulminante Modenschau ersetzt. Gemeinsam mit Henry blickte das Interview Magazin auf die Erfolgsgeschichte – und wie diese begonnen hat.
(…)
INTERVIEW: Und dann kam die Anfrage von Carven – genau im richtigen Moment.
HENRY: Zuerst hat man mich gefragt, was ich von Carven halte. Ich liebe allein schon den Namen. Ich denke dabei an Frische, Pariser Chic, Mühelosigkeit und trotzdem Eleganz … auf eine dezente Art altmodisch. Meine Antwort auf die Frage war: Kleider, Kleider, Kleider! Ich wollte aber keine Couture entwerfen – eine Idee, die den Vorstellungen des Eigentümers von Carven jedoch entsprach. Er wollte niemanden, der das Image von Carven nur adaptiert. Wir haben uns gesucht und gefunden.
INTERVIEW: Hatten Sie bei Carven von Anfang an freie Hand?
HENRY: Glücklicherweise, ja. Ein weißes, unbeschriebenes Blatt und sogar ein leeres Atelier– ein absoluter Neustart.
CARVEN AUTUMN/WINTER 2012

INTERVIEW: Sie haben das Label in kürzester Zeit zu Erfolg gebracht.
HENRY: Dieser Erfolg ist nicht mir zu verdanken. Die Leute sind diejenigen, die entscheiden, ob Carven Erfolg hat oder nicht. Bei meiner ersten Kollektion hatte ich keine Ahnung, wie das Feedback ausfallen würde. Der Eigentümer sagte zu mir: „Ich habe dich ausgewählt, also kannst du machen was du möchtest.“ Das ist das Schlaueste, was ich je gehört habe. Mir war wichtig, egal wie das Resultat ausfällt, dass ich bei meiner Arbeit ehrlich bin. Für die erste Kollektion, „Collection Zero“, bin ich meinem Instinkt gefolgt, ohne zu überlegen, was sich gut verkauft. Für die Präsentation haben wir nur ausgewählte Einkäufer und Journalisten eingeladen. Das Label war ziemlich eingestaubt – wir haben es behutsam wieder zum Leben erweckt.
INTERVIEW: Und die Kunden kamen von ganz allein?
HENRY: Ja, der Name Carven sagt ihnen zu. Ich finde es wunderbar, dass das Label in manchen Ländern vollkommen unbekannt ist und als neu betrachtet wird. Auch wenn man ihnen dann sagt, dass es Carven schon seit 60 Jahren gibt, finden sie es nach wie vor cool, neu und frisch.
CARVEN AUTUMN/WINTER 2012 SHOW
Das ganze Interview nachzulesen auf INTERVIEW MAGAZIN
Henry’s Entwürfe für CARVEN ab July bei bel étage by bungalow.