Unter dem Titel: “Neue Deutsche Welle. Dürfen wir vorstellen: Vierzehn Deutsche, die in der Modewelt 2012 eine wichtige Rolle spielen.” wurde neben der großen Karla Otto, Karl Lagerfeld und anderer unser Ingo Wilts interviewt!
Hier das Interview und HIER der ganze Artikel mit allen anderen interessanten Gesprächspartnern aus der Welt der Mode mit deutschen Wurzeln.

Ingo Wilts, 46, ist seit 2009 Kreativdirektor des Labels Kenneth Cole in New York. Er arbeitet dort eng mit dem 66-jährigen Unternehmensgründer Cole zusammen. Zuvor verantwortete Wilts in Deutschland als Kreativdirektor verschiedene Linien und damit den größten Teil der Kollektionen von Hugo Boss.
ZEITmagazin: Inwiefern hat Sie Ihre Zeit im Ausland verändert?
Ingo Wilts: Als Deutscher in Amerika habe ich mich anfangs wahnsinnig darüber aufgeregt, dass ich mich beim Anstehen in Schlangen einreihen muss, dass viel zu viele Meetings zu ein und demselben Thema abgehalten und E-Mails übertrieben freundlich formuliert werden. Heute stelle ich mich einfach ans Ende jeder Schlange, rege mich immer noch über die vielen Meetings auf, schreibe aber meine E-Mails weitaus freundlicher. Die typisch amerikanische Freundlichkeit hat auf mich abgefärbt.
ZEITmagazin: Was hat Ihre Arbeit am meisten beeinflusst?
Wilts: Meine Arbeit wird durch das Leben hier beeinflusst: Jeden Tag stößt man in dieser Stadt auf Trends und Inspirationen – das ist ein riesiger Unterschied im Vergleich zu Deutschland.
ZEITmagazin: Warum haben Sie Deutschland verlassen?
Wilts: Das Angebot, für Kenneth Cole in New York zu arbeiten, war sehr reizvoll.
ZEITmagazin: Welche deutschen Tugenden haben Sie?
Wilts: Die sprichwörtliche Pünktlichkeit – deshalb sitze ich zu Beginn einer Besprechung oft alleine am Tisch. Disziplin – ich trainiere jeden Morgen vor der Arbeit im Fitnessklub. Gradlinigkeit – eine einmal getroffene Entscheidung verfolge ich bis zum Ende.
ZEITmagazin: Was gefällt Ihnen am deutschen Stil?
Wilts: Gradlinigkeit und Klarheit.