Schon sehr früh interessierte sich Robin Hofmann für Musik. Sein Kommunikations-Design Studium an der Merz Akademie finanzierte er durch DJ jobs und 1999 gründete er mit drei Freunden das Musikproduzenten Team Dublex Inc. und im Anschluss das renommierte Musiklabel Pulver Records. International beachtete Musikproduktionen,Veröffentlichungen und Dj Auftritte folgten.
In dieser Phase betreute er auch zahlreiche Musikprojekte und Werbekampagnen aus der Fashion Industrie. Die Firmengründung von HearDis! Corporate Sound im Jahre 2005 war ein logischer Schritt, diese Tätigkeiten zu professionalisieren.
Robin Hofmann ist als Geschäftsführer bei HearDis! für Projektkonzeption, den Bereich Instore Music und Music Events zuständig. Desweiteren ist er als Dozent für akustische Markenführung an der Design Akademie Berlin und für Mediendesign an der DHBW Ravensburg tätig.
Auf bungalow-journal wird er regelmäßig Musik Reviews und Neuigkeiten aus der Musikszene posten.
Mit dem Debütalbum “For Emma, Forever Ago” hat die Band Bon Iver um Sänger Justin Vernon langsam aber sicher große Erfolge gefeiert. Eigentlich als Demo gedacht, sind die Songs Anfang 2008 doch offiziell als Album veröffentlicht worden, krochen darauf die amerikanischen Indie-Charts empor und wurden schließlich ende 2009 für einige Fernsehserien lizenziert.
Der Nachfolger “Bon Iver” muss da natürlich anknüpfen, und dafür stehen die Chancen sehr gut. Mit Coolness-Bonus (die GAYNGS-Kollaboration) in der Tasche und Mainstream-Lorbeeren (der Beitrag zum Twilight Soundtrack) auf dem Kopf kann man aber auch nicht viel falsch machen. Um auf Nummer Sicher zu gehen wurde das Schlagzeug weit in den Hintergrund gemischt, damit Vernons melodramatische Stimme sich auch wirklich voll entfalten kann und die Produktion möglichst zart und fragil klingt. Holt also schon mal die Taschentücher raus.
Vielleicht täusche ich mich ja, aber mir scheint es, als sei Ben Gibbards Stimme hier in Deutschland am bekanntesten ist als die von The Postal Service, und weniger als die seiner Haupt-Band Death Cab For Cutie. Und auch wenn dem nicht so sein sollte, so hat der Erfolg des Electro-Pop Duos The Postal Service sicher auch den der Rock-Band Death Cab For Cutie voran getrieben.
Mittlerweile ist das Projekt von Ben Gibbard und Jimmy Tamborello auf Eis gelegt worden, was möglicherweise der Grund dafür war, dass er und seine Bandkollegen sich bei ihrem mittlerweile siebten Album für einen eher elektronischen Sound entschieden haben. Eine weitere Veränderung die sie mit “Codes And Keys” einschlagen ist die, auf die extreme Emotionalität zu verzichten, die zum Markenzeichen der Band geworden war, und stattdessen sich teilweise sogar in optimistische Pop-Gefilde zu wagen. Ein Songtitel wie “Stay Young, Go Dancing” spricht da Bände – auch wenn das Album sich trotz allem nicht gut zum Tanzen eignet.
Wenn man Cadenza liest, denkt man instinktiv an Minimal Techno, und zwar wegen des gleichnamigen schweizer Techno-Labels von Dj und Produzent Luciano. Minimal Techno kann man bei den Dutch Uncles keinesfalls erwarten, aber immerhin klingt das in den ersten sechs Sekunden des Albums gespielte Piano nach House. Das war’s dann aber schon, von nun an folgt flotter, umfangreich instrumentierter Pop.
Irgendwann stellt sich dann der Verdacht ein, man würde ein Soloprojekt von Alexis Taylor, dem Frontmann von Hot Chip, hören. Er gehört aber überhauptnicht zu den fünf Mitgliedern dieser britischen Band, die mit Cadenza ihr zweites Album vorlegt. Ihr Sound kommt dann auch fast ausschließlich ohne elektronische Instrumente aus, was dieses Pop-Album noch organischer und noch wärmer klingen lässt. Zusammenfassend kann man das auch Britpop in Perfektion nennen.
Als ich neulich das Bibio-Album vorgestellt habe, wurde auch kurz James Blake mit seinen Dub Step Experimenten erwähnt; ein junger Brite, um den ja immer noch ein regelrechter Hype herrscht. Doch da die Engländer es zu mögen scheinen, ihre gehypten Künstler schnell durch welche zu ersetzen, die als der/die neue XY gefeiert werden, verwundert es nicht, dass nun Jamie Woon die Nachfolge von James Blake antreten soll.
Das ist allerdings eher nur hypothetisch, denn während James Blake schon kaum etwas mit Dub Step zu tun hatte, so ist der Sound von Jamie Woon eher im House zu verorten. Klar, die Vocals sind auch hier extrem soulfull bis melodramatisch – und gefälliger als bei Blake – aber musikalisch trennen die beiden Welten. Die Grooves von Woons Produktionen sind ansteckend und verzichten auf jeglichen selbstverliebten Minimalismus, während die massiven Bässe und unkomplizierten Melodien sich aufmachen, die Herzen der Hörer zu erobern. Ein überzeugendes Debütalbum.
Quasi als Nachschlag zum letzten Artikel möchte ich euch heute das neue Album eines anderen an den Grenzen des Hip-Hop arbeitenden Künstlers vorstellen. Doch während Daedelus mit unter angetreten ist zu zeigen, dass in Amerika mehr geht als Dicke-Hose Rap, befindet sich Bibio in einer deutlich besseren Ausgangsposition für seine Beat-Experimente. Als Brite wird von ihm fast schon erwartet, keinen klassischen Hip-Hop zu produzieren, sondern mit den Konventionen des Genres zu brechen.
Mind Bokeh, sein sechstes Album in sechs Jahren, treibt den Versuch weiter, die Grooves des Hip-Hop mit der Verschrobenheit von Electronica und der Emotionalität von Folk zu verbinden. Anders als bei James Blake, der ein ganz Ähnliches Experiment mit Dub Step statt Hip-Hop wagt, gerät dies aber nicht zu einer unterkühlten Versuchsanordnung sondern treibt wilde Blüten wie die tanzbare Rock-Nummer “Take Off Your Shirt”. Das Wort Bokeh beschreibt übrigens die Qualität der Unschärfe in einem Bild – und auf dieser Platte wohl die unscharf werdenden Genre-Grenzen.
Irgendwann um die Jahrtausendwende haben die Vertreter des Abstract Hip-Hop ihre größten Erfolge gefeiert. Seien es Dabrye und El-P im Osten der USA oder Sole und Jel im Westen, es hatten zu der Zeit auch Produzenten Erfolg, die mit gebrochenen Rhythmen und verschrobenen Melodien arbeiten und ihre Einflüsse auch weit außerhalb des Hip-Hop sehen.
Mitten unter ihnen war auch Daedelus, der mit “Bespoke” sein zwölftes Album vorlegt. Der erste Track schafft es dann auch prompt, alle Erwartungshaltung über den Haufen zu werfen, denn das Album fängt mit einem House-Rhythmus an, der nur nach und nach einem Hip-Hop Produzenten zugeordnet werden kann. Auch der Rest des Albums ist äußerst abwechslungsreich, hier mal etwas Drum’n’Bass, da etwas Dub Step und dort noch etwas Trip Hop – mit pointiertem Vocal-Einsatz gewürzt ergibt das ein hervorragendes Album. Auch Jahre nach dem Platzen der Abstract Hip-Hop Blase.
In den Jahren 1999 und 2000 haben zwei Bands bewiesen, dass man in Frankreich auch anders kann, als den die späten 1990er Jahre prägenden Filterhouse zu produzieren. Neben Phoenix und ihrer Single “If I Ever Feel Better” waren da Tahiti 80 und “Heartbeat”, die zwar immer noch tanzbaren, aber insgesamt doch recht zurückgelehnten Pop aus Frankreich auf die Landkarte brachten. Doch während Phoenix von Album zu Album größer und größer werden, haben Tahiti 80 eher das Pech, an die frühen Erfolge nicht mehr anknüpfen zu können.
An ihrer Musik liegt das aber auf keinen Fall, denn insbesondere mit ihrem aktuellen Album “The Past, The Present & The Possible” beweisen sie, dass sie sich konsequent weiter entwickelt und ihren Sound perfektioniert haben. Die elektronischen Elemente, und vor allem die tanzbaren Beats, sind noch prägnanter, und mit einer ordentlichen Ladung schöner Balladen dazu wird daraus ein ausgewogenes Pop-Album. Die Entscheidung, “Solitary Bizness” als erste Single zu veröffentlichen, war in diesem Sinne auch eine richtige, denn der optimistische, ausgeklügelte Sound des Tracks ist exemplarisch für das Album.
Die Produktionen des blutjungen New Yorkers Nicolas Jaar (gerade ein Mal 21 Jahre alt) begeistern mich schon seit einem seiner ersten Tracks “A Time For Us”. In Chile geboren ist er zuerst mit äthiopischem Jazz und der avantgarde Musik von John Cage aufgewachsen, doch haben sich seine Interessen leicht verschoben als sein Vater ihm das Album „Thé Au Harem D’Archimède“ von Ricardo Villalobos geschenkt hat. Statt bloßen Experimenten auf dem Klavier rückte die Faszination elektronischer Musik immer stärker in den Fokus seiner Aufmerksamkeit und er entwickelte eine eigene Version von Techno, die sehr langsam, warm und melancholisch ist.
Sein Debütalbum Space is Only Noise allerdings überrascht ein weiteres Mal mit einem fast durchgehendem Verzicht auf gerade Beats und eine Experimentierfreude die sich jeglicher Erwartungshaltung verweigert. Wer mehr stimmungsvollen Techno erwartet hat wird damit also sicher enttäuscht werden, doch nun ist in den Tracks noch mehr Platz für Atmosphäre und Jaars herunter gepitchte Vocals. Und ich muss sagen, dass mir Jaar damit deutlich sympathischer ist als James Blake, der auch die Wiederentdeckung der Langsamkeit zelebriert.
Der französische DJ Pilooski begeistert schon seit anfang der 2000er mit seinen Edits mal mehr mal weniger unbekannter 1960er und 1970er Songs, die er zusammen mit seinen Kumpanen vom Dirty Soundsystem veröffentlicht. Mit dabei war früher auch der Produzent (Benjamin) Morando – der gehört zwar mittlerweile nicht mehr zum Dirty Soundsystem, bildet dafür aber zusammen mit Pilooski das Duo Discodeine, das sich seit nunmehr drei Jahren gekonnt an den Grenzen von House und Disco austobt.
Angesichts der Tatsache, dass die Dirty Soundsystem Releases in äußerst limitierten Auflagen erscheinen und nicht überall zu bekommen sind, ist es um so erfreulicher, dass das selbstbetitelte Discodeine Debütalbum demnächst ganz regulär erhältlich sein wird. Die Tracks klingen wie von einem French House Produzent, der sich vollkommen bekifft in Chicago verirrt hat – Die Musik ist also durchaus tanzbar, scheut aber nicht vor schrägen Experimenten zurück. Und mit dem bereits als Single veröffentlichten Synchronize (feat. Jarvis Cocker) hat das Album zudem einen echten Hit parat.
Der Feiertage wegen hat sich mein neuer Blogbeitrag ganz schön verzögert – das soll sich allerdings gelohnt haben, denn heute gibt es auch ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk. Oder genauer: halbnachträglich. jj haben ihr kostenloses Mixtape zwar pünktlich zum Fest am 24. Dezember veröffentlicht, ich aber gebe es erst heute an euch weiter. Die zehn Songs basieren zu großen Teilen auf Hip-Hop Beats, vermitteln aber durch zusätzliche, verhallte Instrummentierung und den Gesang eine eher hypnotisch-düstere Stimmung.
Die Auseinandersetzung mit Hip-Hop ist nichts neues für die beiden Schweden Joakim Benon und Elin Kastlander: So haben sie bereits Akons “Trouble Maker” gecovert und einen ihrer größten Hits vom Debütalbum “No 2” sehr stark an Lil Waynes “Lollipop” angelehnt. So konsequent wie auf diesem Mixtape sind sie dabei aber nie vorgegangen. Wer also sowohl auf Dr. Dre, Jay Z und M.I.A. als auch auf unterkühlten schwedischen Pop steht sollte sich das Mixtape runterladen.