On Repeat: Mind Bokeh

Quasi als Nachschlag zum letzten Artikel möchte ich euch heute das neue Album eines anderen an den Grenzen des Hip-Hop arbeitenden Künstlers vorstellen. Doch während Daedelus mit unter angetreten ist zu zeigen, dass in Amerika mehr geht als Dicke-Hose Rap, befindet sich Bibio in einer deutlich besseren Ausgangsposition für seine Beat-Experimente. Als Brite wird von ihm fast schon erwartet, keinen klassischen Hip-Hop zu produzieren, sondern mit den Konventionen des Genres zu brechen.

Mind Bokeh, sein sechstes Album in sechs Jahren, treibt den Versuch weiter, die Grooves des Hip-Hop mit der Verschrobenheit von Electronica und der Emotionalität von Folk zu verbinden. Anders als bei James Blake, der ein ganz Ähnliches Experiment mit Dub Step statt Hip-Hop wagt, gerät dies aber nicht zu einer unterkühlten Versuchsanordnung sondern treibt wilde Blüten wie die tanzbare Rock-Nummer “Take Off Your Shirt”. Das Wort Bokeh beschreibt übrigens die Qualität der Unschärfe in einem Bild – und auf dieser Platte wohl die unscharf werdenden Genre-Grenzen.

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